Frühwarnsystem für Täter

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Netzsperren-Frühwarnsystem
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Wer kinderpornografisches Material im Internet anbietet, kann die Netzsperren dazu benutzen, sich der Strafverfolgung zu entziehen; für ihn wird die vielleicht gut gemeinte Erschwerung zu einem Frühwarnsystem.

Nehmen wir hierzu einmal an, die Internet-Service-Provider (ISP) setzen (die vom BKA zusammengestellten) Sperrlisten dazu ein, den Zugriff auf illegale, strafbare Inhalte zu verweigern. Wir erinnern uns: Wer auf Seiten zugreifen will, die in dieser Liste enthalten sind, bekommt anstelle des gewünschten Inhalts die Seite mit dem Stoppschild zu sehen...

Diejenigen, die kinderpornografisches Material im Internet "zum Anklicken" zur Verfügung stellen, tun nichts anderes, als dieses Material auf einen Computer hochzuladen, der von einem Webspace-Anbieter betrieben wird. Sie haben - wie jeder andere Anbieter von Inhalten auch - ein Interesse daran zu ermitteln, ob ihr Angebot für ihre Abnehmer tatsächlich erreichbar ist. (Wer eine Website betreibt, wird wissen, dass man sich regelmäßig um sie kümmert) Wenn sie nun aber feststellen, dass das Angebot nicht erreichbar ist - leicht feststellbar, denn die Anbieter rufen ihre Seiten zum Testen auf genau dem Weg ab wie alle ihre potentiellen Abnehmer - sie also ein Stoppschild anstelle von Kinderpornografie sehen, können sie sicher davon ausgehen, dass ihr Angebot entdeckt und als illegal eingestuft worden ist. Sie müssen davon ausgehen, dass sie bestraft werden falls man sie erwischt. Der beschriebene Erreichbarkeits-Test lässt sich übrigens ohne weiteres automatisieren, sodass die Anbieter nur dann benachrichtigt werden, wenn der von ihnen bereitgestellte Inhalt nicht mehr erreichbar ist. Hiermit erhalten sie ohne großen Aufwand das verlässliche Signal, dass nun Flucht und die Beseitigung von Spuren dringend geboten ist. Wer tatsächlich viel Geld mit solch einem Angebot verdient, wird nicht zögern, dieses Mittel einzusetzen.

Die Folge von Zugriffssperren wäre, dass ein Angebot von einem einmal ermittelten Ort zeitnah entfernt wird und an ganz anderer Stelle wieder auftaucht. Die Ermittlungen wären also weitgehend nutzlos.

Wenn ein Gesetz verabschiedet würde, dass den Zugriff auf illegale Inhalte im Internet - z.B. durch solch eine Stoppschild-Seite - sperrt, würde die Bundesregierung sich mitschuldig machen an der Vereitelung der Strafrechtlichen Verfolgung von Anbietern verbotener Inhalte.

Fazit: Sperrmaßnahmen mittels der Stoppschilder schaden bei Ermittlung und Verfolgung von Tätern.

URL zum Versenden: http://wiki.ak-zensur.de/index.php/Frühwarnsystem_für_Täter
PoC Implementierung: http://lab.vollnhals.info/zensur/ausprobieren.php
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